Haben Liga- und Turnierspiele den gleichen Spielflow?

Haben Liga- und Turnierspiele den gleichen Spielflow?

Einleitung

Viele Sportarten bestehen aus Ligen und Turnieren. Sind Ligaspiele mit Turnierspielen vergleichbar? Gibt es hierbei Unterschiede im Hinblick der auf die Teams/Spieler und ihren spielerischen Lauf, den Spielflow? Ran an die Analyse!

Fangen wir mit der Praxis an. Wir verfolgen Woche für Woche eine bestimmte Liga und bekommen im Laufe der Zeit ein Gefühl für die Mannschaften und ihr spielerisches Verhalten. Wir können die Favoriten bestimmen und die Außenseiter von ihnen trennen. Treffen Mannschaften mittlerer Leistung aufeinander, spekulieren wir auf ein Unentschieden oder auf einen Sieg, welches uns das fachspezifische Wissen zusprechen vermag. Es entwickelt sich ein Bauchgefühl, welches uns den Ausgang eines spielerischen Ereignisses vermuten lässt. Natürlich wird nicht jedes Bauchgefühl richtig sein, jedoch werden wir mit unserer Einschätzung näher liegen, als jemand der sich mit dieser Liga nicht beschäftigt, es sei denn, dieser wird von Glück verfolgt.

Die Regelmäßigkeit wöchentlicher Spieltage wird an einigen Zeitpunkten gekreuzt, von den allerseits beliebten Turnieren. Diese können sowohl nationaler als auch internationaler Art sein. Das entstandene Gefühl für die Mannschaften innerhalb ihrer Ligaspiele kann nun trügerisch werden, wenn es um die anstehende Turnierspiele geht. Hat das TeamX einen glorreichen Spielflow in der Liga, heißt es nicht zwangsläufig, dass dieser ebenfalls in einem Turnierspiel eine Fortsetzung findet.

Es gibt einige Faktoren, aufgrund welcher der Spielflow innerhalb einer Liga nicht auf die Turnierspiele übergeht. Wir stellen Euch wesentliche vor:

  • Die Trainer wechseln Ihre Taktik
  • Mentale Einstellung der Sportler
  • Unerfahrenheit und Routine
  • Workload der Spieler
  • Druck auf die Mannschaft
  • Neue Rivalen

Die Trainer wechseln ihre Taktik

Die Trainer verfolgen innerhalb der Liga eine eigene Taktik, welche auf eine lange Saison ausgelegt ist. Die Turniertaktik muss anders konzipiert werden, denn das Turnier ist nicht so langfristig wie die Liga. Demnach kommen unterschiedliche Taktiken innerhalb kürzerster Zeit zur Anwendung. Auch die praktische Umsetzung zur vollster Zufriedenheit kann von den Mannschaften nicht garantiert werden. Wenn die Mannschaft mit der Ligataktik ihren Flow hat, könnte eine Turniertaktik diesen sogar zerstören. Die Folge davon wäre nicht nur ein ungelungenes Turnierspiel, sondern auch der bittere Nachgeschmack innerhalb weiterer Ligaspielen in Form von Flowbruch. Der Taktikwechsel kann immense Folgen haben, daher muss hierbei auf die Fähigkeiten und die Kenntnisse der Trainer vertraut werden…

Mentale Einstellung der Sportler

Die Sportler unterliegen innerhalb eines Turniers anderen Gegebenheiten als innerhalb der Ligaspiele. Persönliche Erfahrungen, die innere Einstellung und weitere Parameter bilden hierbei die Mentalität des Sportlers, welche sich im Spiel womöglich spiegeln könnte. Dieses ist leider nicht bestimmbar, ferner messbar. Dennoch wird dieses Kriterium womöglich einen Einfluss auf den Spielflow einer Mannschaft haben.

Unerfahrenheit und Routine

Die beiden Gegensätze, Unerfahrenheit und Routine, meinen die Spielerfahrung der Sportler und/oder der Mannschaft in einem Turnier. Eine Mannschaft kann seit Jahren in der ersten Liga standhaft sein, doch mangelnde Turniererfahrung kann den Spielflow stark beeinflussen. Betrachtet man dieses Prinzip von der anderen Seite aus, kann der negative Spielflow, welches sich z.B. durch Mehrzahl von Niederlagen bemerkbar macht, durch Routine innerhalb eines Turniers durchbrochen werden.

Workload der Spieler

Der Workload eines Spielers kann für diesen in einem Turnierzeitraum sehr belastend sein. Dieses kann zur Folge haben, dass der unabdingbare Spieler mal ausfällt oder nicht die Leistung erbringt, die er gern würde, ferner diese, die von ihm verlangt wird. Workload einzelner Spieler haben zumindest mittelbare Auswirkungen auf die Mannschaft und damit auch auf den Spielflow.

Druck auf die Mannschaft

In einem Turnier steckt ein anderer Druck hinter der Mannschaft als innerhalb einer Liga. Natürlich möchte das Team möglichst viele Erfolge und Erstplazierungen verzeichnen, dennoch zeigt unsere Erfahrung und die hingezogene Analyse, dass die Turniersportler mit mehr Druck konfrontiert werden. Der Druck hat unterschiedliche Ursprünge, wie z.B. die Erwartung der Fans, die Vorstellung des Trainers oder auch die Erwartung der Spieler an sich selbst. Turnierspiele gelten als eine besondere Bühne der Sportler, wo sie ihre Fähigkeiten in möglichst bester Form präsent halten sollten, denn der eine oder andere Scout könnte auf sie aufmerksam werden. Dieses gilt insbesondere für Nachwuchstalente. Für die etablierten Spieler geht es weniger um die Neuentdeckung, dafür um eine Verbesserung oder zumindest den Erhalt des eigenen Standards.

Neue Rivalen

Die Mannschaften treten üblicher Weise nicht immer auf Bekannte Rivalen. Seien es Mannschaften verschiedener Ligen einer Nation oder ausländische Gegner aus Ligen anderer Länder. Die Teams haben jedenfalls wenig spielerische Erfahrung miteinander, zumindest weniger als zwei Rivalen der selben Liga. Demzufolge können “neue” und seltene Rivalen einen Spielflowbrecher darstellen, sowohl positiver als auch negativer Art. Gegensätzlich können innerhalb eines Turniers auch Teams aufeinander treffen, die regelmäßig in der Liga gegeneinander Spielen. Ausgenommen bereits erwähnter Punkte kann sich solch ein Spiel wie ein gewöhnliches Ligaspiel “anfühlen”.

Fazit

Der Spielflow ist ein Prozess welcher sich über (mehrere) Spiele bildet. Es kann nicht bestimmt werden, ob ein Spielflow ab dem ersten Spiel oder ab dem SpielX besteht. Dieses bestimmen wir selbst nach eigener Analyse, wann ein Team in einem bestimmten Spielflow ist.

Die Erläuterten Punkte sind Fakoren, die einen Spielflow sowohl begründen als auch brechen können. Insagesamt zeigen Liga- und Turnierspiele Parallelen, jedoch auch wesentliche Unterschiede auf, die zumindest mittelbar den Spielflow der Teams betreffen und nachrangig auch den Ligageist verändern können.

Jedenfalls sollte festgehalten werden, dass die Atmosphäre der Liga bzw. der jeweilige Spielflow einer Mannschaft nicht 1 zu 1 in ein Turnierspiel transferiert werden sollte. Aufgrund der Tatsache, dass nur einzelne Mannschaften einer Liga mit den zeitgleichen Wettbewerben des Turniers konfontiert werden, kann ein Spielverhalten der Mannschaften abrupt anders als gewohnt ausfallen, sodass die wöchentliche Liga ihre Abwechslung erfährt.

 

 

 

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